Codex Faenza und Buxheimer Orgelbuch

Musik für Tasteninstrumente nördlich und südlich der Alpen

Clavicytherium - Photo: André Wagenzik

Der Codex Faenza ist eine Quelle aus den Jahren 1430 - 1440. Er besteht zum großen Teil aus instrumentalen Bearbeitung von italienischer und französischer Musik des späten 14. Jahrhunderts. Auch enthält er die ersten Beispiele für Alternatum-(Orgel-)Messen.

Aus der Quelle in Partiturform wird nicht klar, für welche Instrumente die Musik gedacht ist. Man kann sie sehr gut auf einer Harfe oder auf einem Tasteninstrument realisieren, kann sie mit zwei Lauten spielen oder auch an eine Kombination für ein Zupf- und ein Streichinstrument denken, wobei es aber wahrscheinlich zur Enstehungszeit in Italien noch keine großen Violen gab, welche die Unterstimme hätten spielen können. Besonders reizvoll ist eine Kombination der Faenza-Bearbeitungen und der originalen Vokalvorlagen.

Das Buxheimer Orgelbuch ist die wahrscheinlichst umfangreichste Quelle mit Musik für Tasteninstrumente aus Süddeutschland. Es entstand zwischen 1450 und 1470. Bei der Musik handelt es sich zum Teil um Intabulierungen von moderner Vokalmusik aus der franko-flämischen Schule. Enthalten sind aber auch zahlreiche viel frühere mittelalterlich anmutende Werke deutscher Komponisten: Improsivationen über langen Borduntönen und Intonationen in den verschiedenen Modi.

Diese Musik ist eindeutig für ein Tasteninstrument mit einem Umfang von H – f“ gedacht. Ideal kann sie auf einer gotischen Orgel, einem Clavicytherium oder auf einem Clavichord gespielt werden.

Aus diesem reichen Fundus können unterschiedliche Konzertprogramme zusammengestellt werden:

  • instrumental auf Harfe, Clavichord, Clavicytherium, Orgel
  • mit einer Sängerin und Instrumenten
  • mit einem 3-stimmigen Vokalensemble und Instrumenten