Enoch Arden - Monodrama

Alfred Tennyson - Richard Strauss - Alfred Hitchcock

Das Monodrama ist das letzte Glied in der Kette einer langen Erzähltradition, die aus der mündlichen Überlieferung kommt und am Anfang des 20. Jahrhunderts noch sehr lebendig war. Große Schauspieler haben sie gepflegt und Komponisten wie Schubert, Loewe, Schumann, Liszt and Richard Strauss haben sie auf die Konzertbühne gebracht. Diese Kunstform wurde dann aber vom neuen Medium Film verdrängt.

Enoch Arden ist eine lange Erzählung von Alfred Tennyson, die in einem kleinen Dorf an der Küste von Cornwall spielt, und von drei Kindern handelt, die gemeinsam groß werden und als Erwachsene überwältigende Konflikte zu lösen haben. Strauss komponierte manche Stücke als Zwischenmusiken; in anderen Passagen setzt er die Worte des Sprechers rythmisch präzise zur Musik. Leider komponierte er nur zu gut einem Fünftel des Stückes Musik. Alfred Hitchcock drehte 1929 über das gleiche Drama seinen letzten Stummfilm "The Manxman".

Im Laufe der Jahre habe ich einige Aufführung mit diesem Programm gemacht. Für die deutsche Fassung habe ich eine Neuübersetzung angefertigt, weil die Übertragung aus dem 19. Jahrhundert, die auch Strauss verwendet hat, der Sprachschönheit und Frische von Tennysons Dichtung nicht gerecht wird. Jetzt arbeite ich an einem neuen Format, bei dem auch der Hitchcock-Film mit einbezogen wird. Mit Arik Strauss habe ich einen Pianisten, der der aus dem Jazz kommt und improvisieren kann. Er füllt auf wunderbare Weise die ganzen Leerstellen, die Strauss gelassen hat.